Monatliches Ranking · Stand: Juni 2026
Top 5: Offene LLM-Modelle (Open Weight LLMs)
Unsere Marktbeobachtungen im Juni 2026
Das prägende Ereignis des Berichtsmonats war die offene Veröffentlichung von GLM-5.2 durch Z.ai am 13. Juni 2026 unter MIT-Lizenz. Das Modell erweitert das Kontextfenster von rund 200.000 auf eine Million Token und führt laut dem Artificial-Analysis-Intelligence-Index v4.1 erstmals das Feld offener Modelle an, vor DeepSeek V4 Pro. Für den Mittelstand bedeutet das: Ein frei self-hostbares Modell rückt bei Schlussfolgern und langhorizontiger Programmierung näher an geschlossene Spitzenmodelle heran, ohne Lizenzkosten oder Datenabfluss.
MiniMax stellte am 1. Juni 2026 das offene Modell M3 vor (Gewichte auf Hugging Face ab dem 7. Juni), das mit einem Million-Token-Kontext und rund 59 Prozent auf SWE-Bench Pro das offene Feld bei Programmieraufgaben anführt. Es bleibt dennoch auf der Beobachtungsliste statt im Ranking: Die MiniMax-Community-Lizenz bindet die kommerzielle Nutzung an eine gesonderte schriftliche Genehmigung und erfüllt damit das Kriterium der rechtssicheren kommerziellen Nutzbarkeit nicht so freizügig wie die MIT- und Apache-lizenzierten Modelle der Rangliste.
Moonshot AI veröffentlichte am 12. Juni 2026 mit Kimi K2.7-Code eine coding-spezialisierte, offen unter Modified-MIT lizenzierte Variante, die den Verbrauch an Schlussfolgerungs-Token gegenüber K2.6 um rund 30 Prozent senkt. Da bislang nur herstellereigene Zahlen und keine unabhängigen Vergleichsmessungen vorliegen und die Variante auf Programmierung zugeschnitten ist, bleibt die allgemeine Einordnung der Kimi-Familie im Ranking auf K2.6.
Rangverlauf
Januar–Juni 2026
- MiniMaxMiniMax M3 ↓ zuletzt Rang 5 · Mär
- AlibabaQwen3.6-27B
- MistralMistral Large 3
| Tool | Januar 2026 | Februar 2026 | März 2026 | April 2026 | Mai 2026 | Juni 2026 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| GLM 5.2 | 4 | 2 | 2 | 2 | 2 | 1 |
| DeepSeek-V4 | 2 | 3 | 3 | 1 | 1 | 2 |
| Kimi K2 K2.6 | 3 | 4 | 4 | 3 | 3 | 3 |
| Qwen3.5 397B-A17B | 1 | 1 | 1 | 4 | 4 | 4 |
| Gemma 4 | – | – | – | 5 | 5 | 5 |
Aktuelles Ranking
-
GLM 5.2 Neu
- MIT-Lizenz mit offen veröffentlichten Gewichten auf Hugging Face, uneingeschränkt für kommerziellen Self-Hosted-Einsatz geeignet.
- Führt laut Artificial-Analysis-Intelligence-Index v4.1 (Juni 2026) mit 51 Punkten das Feld offener Modelle an, vor DeepSeek V4 Pro und Kimi K2.6.
- Mixture-of-Experts mit rund 744 Milliarden Gesamt- und etwa 40 Milliarden aktiven Parametern je Token; die neue IndexShare-Architektur senkt den Rechenaufwand bei sehr langem Kontext.
- Kontextfenster auf rund eine Million Token erweitert (zuvor rund 200.000), ausgelegt auf lange Dokumente und umfangreichen Informationsabruf.
- Erreicht laut veröffentlichten Vergleichsmessungen bei langhorizontiger Programmierung (SWE-Bench Pro, Terminal-Bench) eine der vorderen Positionen unter offenen Modellen.
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DeepSeek-V4
- Ordnet sich laut veröffentlichten Vergleichsmessungen bei Schlussfolgern und Programmierung im vorderen Feld offener Modelle ein, nahe an der Leistung geschlossener Spitzenmodelle.
- MIT-Lizenz mit frei verfügbaren Gewichten auf Hugging Face, uneingeschränkt für kommerziellen Self-Hosted-Einsatz geeignet.
- Mixture-of-Experts in zwei Größen: V4-Pro mit rund 1,6 Billionen Gesamt- und etwa 49 Milliarden aktiven Parametern, V4-Flash mit rund 284 Milliarden.
- Million-Token-Kontextfenster als Standard, ausgelegt auf lange Dokumente und umfangreichen Informationsabruf.
-
Kimi K2 K2.6
- Native Verbindung von Schlussfolgern und Werkzeug-Nutzung mit einem Mehr-Agenten-Mechanismus für umfangreiche, mehrstufige Abläufe laut Anbieter.
- Mixture-of-Experts mit rund einer Billion Gesamt- und etwa 32 Milliarden aktiven Parametern je Token, ausgeliefert mit nativer INT4-Quantisierung.
- Ordnet sich laut veröffentlichten Vergleichsmessungen im oberen Feld offener Modelle ein und erreicht bei Programmieraufgaben das Niveau starker geschlossener Modelle.
- Modified-MIT-Lizenz mit offen veröffentlichten Gewichten auf Hugging Face; hoher Hardware-Bedarf von rund einer Billion Parametern begrenzt den Einsatz auf Mehr-GPU-Server.
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Qwen3.5 397B-A17B
- Apache-2.0-Lizenz ohne Nutzungsbeschränkung, laut Modellkarte für kommerziellen Self-Hosted-Einsatz uneingeschränkt geeignet.
- Mixture-of-Experts mit 397 Milliarden Gesamt- und rund 17 Milliarden aktiven Parametern je Token, effizienter als dichte Modelle vergleichbarer Leistung.
- Unterstützung von über 200 Sprachen einschließlich Deutsch, relevant für den Mittelstandseinsatz.
- Kontextfenster von 262.144 Token, laut Anbieter per YaRN erweiterbar; breite Quantisierungs- und Formatverfügbarkeit in gängigen lokalen Katalogen.
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Gemma 4
- Apache-2.0-Lizenz mit offen veröffentlichten Gewichten, freizügig und rechtssicher für den kommerziellen Unternehmenseinsatz.
- Vier Größen von einer Arbeitsplatz-tauglichen 2B-Variante bis zu einem dichten 31B-Modell, dazu eine 26B-Mixture-of-Experts-Variante, mit geringem Hardware-Bedarf.
- Unterstützung von über 140 Sprachen einschließlich Deutsch und ein Kontextfenster von bis zu 256.000 Token.
- Verfügbar über Hugging Face, Ollama und Kaggle in gängigen offenen Formaten, damit ohne Umwege lokal lauffähig.
Methodik & Transparenz
Diese Rankings dienen der Marktorientierung. Sie sind ein redaktioneller, kostenloser Überblick auf Basis öffentlich verfügbarer Quellen, keine abschließende oder absolute Bewertung. Jede Ausgabe ist eine Momentaufnahme; der Markt verändert sich schnell, und die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bewertet wird ausschließlich anhand der je Kategorie veröffentlichten Kriterien; ein eigener Labortest findet nicht statt. Die vergleichende Einordnung ist unsere redaktionelle Meinung, keine Tatsachenbehauptung über die Eignung einzelner Produkte, und sie wertet keinen Anbieter pauschal ab. Sie ersetzt keine eigene Prüfung. Stand: 01.07.2026.
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Bewertet wird anhand dieser Kriterien:
- Modellqualität und Schlussfolgern (bewertet die Antwortgüte bei Wissens-, Logik-, Mathematik- und Programmieraufgaben im Vergleich offener Modelle, anhand veröffentlichter, datierter Vergleichsmessungen)
- Lizenz und kommerzielle Nutzbarkeit (bewertet, wie freizügig und rechtssicher die Lizenz für den Unternehmenseinsatz ist, von permissiven Lizenzen wie Apache 2.0 bis zu Nutzungsbeschränkungen mancher Community-Lizenzen)
- Hardware-Bedarf und Effizienz (bewertet Parametergröße, Architektur als dichtes oder Mixture-of-Experts-Modell sowie Arbeits- und Grafikspeicher-Bedarf, und damit, ob das Modell auf erschwinglicher oder Arbeitsplatz-Hardware lauffähig ist)
- Quantisierung und Formatverfügbarkeit (bewertet, ob etablierte quantisierte Varianten und gängige Formate wie GGUF oder Safetensors vorliegen und das Modell ohne Umwege über verbreitete lokale Kataloge wie Ollama oder Hugging Face bereitsteht)
- Kontextfenster und Informationsabruf (bewertet, wie viel Material das Modell in einem Durchgang verarbeitet und wie zuverlässig es Inhalte aus langen Dokumenten wiederfindet)
- Werkzeug-Nutzung und Agentenfähigkeit (bewertet, wie zuverlässig das Modell externe Funktionen aufruft, etwa über das Model Context Protocol (MCP), und sich in lokale Automatisierungs-Abläufe einbinden lässt)
- Deutsche Sprach- und Mehrsprachfähigkeit (bewertet die Ausdrucks- und Verständnisqualität in Deutsch und weiteren Sprachen, die bei offenen Modellen stark schwankt und für den Mittelstand entscheidend ist)
- Feinabstimmbarkeit und Ökosystem (bewertet die Eignung für firmeneigenes Anpassen und Fine-Tuning sowie die Reife von Werkzeugen, Dokumentation und verfügbaren Modellgrößen rund um das Modell)