Quartalsweise Einordnung zur menschlichen Seite der KI
Change & Transformation
Stand: Q3 2026
Mit dem zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz erleben Unternehmen einen der größten Umbrüche seit der Einführung des Internets. In jedem Wandel ist aktives Change- und Transformationsmanagement mit der Belegschaft einer der am meisten unterschätzten Erfolgsfaktoren. Mit unserem Change- & Transformations-Radar haben wir diesem Thema sieben Achsen des Erfolgs gegeben. Hier geben wir Ihnen quartalsweise Impulse aus Markt und Studien, die auf diese Achsen einzahlen und ein Gefühl dafür vermitteln, wie KI und Wandel im Unternehmen zusammenspielen.
Change- & Transformations-Radar
Neu in diesem Quartal
- Frühe Erfolge Die IT-Fachkräftelücke ist seit 2023 von 149.000 auf 79.000 gesunken; KI deckt den Bedarf bislang erst bei 19 % der Unternehmen mit IT-Stellen. Bitkom e. V., 03.09.2026
- Akzeptanz Wer KI am besten versteht, sorgt sich am meisten: Rund 43 Prozent der Menschen mit sehr gutem KI-Wissen rechnen damit, dass KI ihre Arbeit übernehmen könnte. TU Darmstadt, 28.08.2026
- Einbindung KI wandert in die Beurteilung der Belegschaft: 13 % der Unternehmen bewerten die Arbeitsbelastung ihrer Beschäftigten mit KI, nach 6 % in 2024. Bitkom e. V., 18.08.2026
- Verankerung KI steckt im Mittelstand vor allem in Textwerkzeugen: Nur 5 % der Unternehmen nutzen sie in Arbeitsabläufen oder Entscheidungen, 3 % für Datenanalyse. KfW Research, 29.07.2026
- Qualifizierung KI übernimmt in 14 % der Unternehmen Aufgaben, die bislang Berufseinsteiger erledigt haben; 40 % planen es. Die informelle Lernleiter gerät unter Druck. Randstad Deutschland, 08.07.2026
- Veränderungsgeschichte KI und digitale Technologien erreichen mit 89 Prozent den höchsten Relevanzwert aller Zukunftsthemen; nur 33 Prozent der Unternehmen sehen sich dafür ausreichend aufgestellt. KPMG Deutschland, 06.07.2026
FORGEINITY So What des Quartals für den Mittelstand
Im Mittelstand sitzt KI bislang vor allem im Formulieren: 14 Prozent der Betriebe erzeugen damit Texte, nur 5 Prozent automatisieren Arbeitsabläufe oder stützen Entscheidungen, 3 Prozent analysieren Daten. Der Nutzen bleibt am einzelnen Schreibtisch und erreicht die Abläufe im Haus noch nicht. Nehmen Sie sich deshalb den Ablauf vor, der bei Ihnen jede Woche viel Zeit kostet, und bringen Sie KI dorthin statt an den nächsten Text.
| Dimension | Zielbild | Typischer Mittelstand | Lücke | Bewegung |
|---|---|---|---|---|
| Veränderungsgeschichte | 88 | 52 | 36 | stabil |
| Vorbildverhalten | 90 | 58 | 32 | stabil |
| Einbindung | 86 | 55 | 31 | Aufmerksamkeit |
| Frühe Erfolge | 84 | 50 | 34 | stabil |
| Qualifizierung | 90 | 41 | 49 | steigend |
| Akzeptanz | 86 | 56 | 30 | Aufmerksamkeit |
| Verankerung | 87 | 40 | 47 | stabil |
Was Wandel gelingen lässt
Die sieben Achsen
gelungenen Wandels.
Jede Achse ist in etablierter Change-Forschung verankert und mit aktuellen, datierten Zahlen unterlegt. Das ist die Substanz hinter unserer Haltung, dass Wandel mit den Menschen gelingt.
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Veränderungsgeschichte
Ohne erzählten roten Faden verpufft jede Initiative. Die Geschichte des Wandels muss von der Führung kommen, niemand sonst erzählt sie glaubwürdig. Die Dringlichkeit ist oben angekommen, die Substanz dahinter noch nicht.
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- KI und digitale Technologien erreichen mit 89 Prozent den höchsten Relevanzwert aller untersuchten Zukunftsthemen; nur 33 Prozent der Unternehmen sehen sich dafür bislang ausreichend aufgestellt (524 Führungskräfte aus 15 Branchen, Deutschland). KPMG Deutschland · 06.07.2026
- In BCGs Befragung von rund 12.000 Beschäftigten findet nur etwa ein Drittel die Kommunikation der Führung zu KI klar; nur 28 % sehen einen starken Zusammenhang zwischen dem, was Führungskräfte sagen, und dem, was die Organisation tut. Boston Consulting Group · 03.06.2026
Weitere Belege (3)
- 72 % der CEOs sehen sich inzwischen selbst als zentrale Entscheider in KI-Fragen, doppelt so viele wie ein Jahr zuvor (Befragung von 2.360 Führungskräften, davon 640 CEOs, in 16 Märkten). Boston Consulting Group (AI Radar 2026) · 15.01.2026
- Einigt sich die Führungsspitze auf eine gemeinsame Veränderungs-Geschichte und trägt sie ins Haus, gelingt die Transformation um ein Vielfaches wahrscheinlicher. McKinsey · 01.10.2021
- Kotter zeigt, dass Wandel ohne kommunizierte Vision und Dringlichkeit regelmäßig scheitert; ein zeitloses Change-Prinzip. Kotter (HBR) · zeitloses Prinzip
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Vorbildverhalten
Vorbild schlägt Anordnung. Was die Führung selbst vorlebt, trägt durchs Haus; was sie nur verlangt, versandet. Führung und Belegschaft lesen den Stand des Wandels bislang unterschiedlich.
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- Führung und Belegschaft lesen die Lage verschieden: 78 % der C-Level-Führungskräfte erwarten veränderte Rollen in zwölf Monaten, 57 % der Mitarbeitenden erleben sie bereits (je 3.000 Befragte, 20 Länder, ab 500 Mio. USD Umsatz). Accenture · 26.07.2026
- Transformationen gelingen über fünfmal so wahrscheinlich, wenn Führungskräfte das gewünschte Verhalten selbst vorleben, statt es nur zu verlangen. McKinsey · 01.10.2021
Weitere Belege (1)
- Role Modeling der Führung ist einer der vier tragenden Bausteine wirksamer Verhaltensänderung in Organisationen. McKinsey · zeitloses Prinzip
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Einbindung
Wer mitgestaltet, trägt mit. Frühe, persönliche Einbindung ist die Voraussetzung für Akzeptanz, kein Stilmittel danach. KI erreicht inzwischen Felder, die Beschäftigte unmittelbar betreffen, schneller als Beteiligungsformate nachwachsen.
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- 13 % der Unternehmen bewerten die Arbeitsbelastung ihrer Beschäftigten inzwischen mit KI, nach 6 % im Jahr 2024; 12 % nutzen KI zur Bewertung der Arbeitsleistung (602 Unternehmen ab 3 Beschäftigten, Deutschland). Bitkom e. V. · 18.08.2026
- Größte Hürden der Digitalisierung sind für die Unternehmen die Datenschutz-Anforderungen (77 %) und der Fachkräftemangel (70 %); ohne Einbindung und Befähigung der Belegschaft bleibt KI liegen. Bitkom e. V. · 11.03.2026
Weitere Belege (2)
- KI verändert das Veränderungsmanagement selbst: Führung muss Lösungen mit den Mitarbeitenden gemeinsam entwickeln, statt Werkzeuge nur auszurollen (Befragung von über 10.000 Führungskräften in 15 Ländern). McKinsey & Company · 19.02.2026
- Coch & French belegen früh, dass Partizipation den Widerstand gegen Veränderung deutlich senkt; ein bewährtes, zeitloses Prinzip. Coch & French · zeitloses Prinzip
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Frühe Erfolge
Vertrauen entsteht durch sichtbare Ergebnisse, nicht durch Ankündigungen. Kleine schnelle Erfolge nehmen die Skepsis und passen zum Vorgehen ohne Großprojekt. Für einen Teil der Beschäftigten ist die Arbeit ohne KI-Werkzeuge bereits nicht mehr denkbar.
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- In Deutschland fehlen 79.000 IT-Fachkräfte, 2023 waren es 149.000; erst 19 % der Unternehmen mit IT-Stellen decken den Bedarf verstärkt über KI, häufiger ist klassische Weiterbildung (34 %). Befragt: 853 bzw. 602 Unternehmen ab 3 Beschäftigten. Bitkom e. V. · 03.09.2026
- 19 % der Beschäftigten in Deutschland geben an, ihren Job ohne KI-Werkzeuge nicht erledigen zu können, bei der Gen Z sind es 27 % (Randstad Arbeitsbarometer 2026, 1.000 Befragte in Deutschland). Randstad Deutschland · 01.09.2026
Weitere Belege (4)
- Bereits 34 % der Menschen in Deutschland nutzen KI mindestens wöchentlich, 15 % täglich; die Verbreitung wächst schneller als die Befähigung (nur 21 % der Erwerbstätigen wurden je vom Arbeitgeber geschult). Bitkom e. V. · 28.04.2026
- 20 % der mittelständischen Unternehmen (rund 780.000) nutzen inzwischen KI; bei Betrieben ab 50 Beschäftigten sind es bereits 36 %, nach nur 6 % in den Jahren 2016 bis 2018. KfW Research · 11.02.2026
- BCG zeigt, dass sich die Erfolgsquote digitaler Transformationen mit den richtigen Faktoren von rund 30 auf rund 80 % drehen lässt. BCG · 01.10.2020
- Kotters Schritt 6 macht das Erzeugen sichtbarer kurzfristiger Erfolge zu einem eigenen, oft übersprungenen Schritt erfolgreichen Wandels. Kotter · zeitloses Prinzip
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Qualifizierung
Nicht die Technik bremst, sondern fehlende Befähigung. Wer Werkzeuge ausrollt, ohne die Menschen mitzunehmen, erzeugt Verunsicherung statt Produktivität. Über den Einsatz entscheidet weniger die Betriebsgröße als das Wissen im Haus.
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- Weniger die Betriebsgröße entscheidet über den KI-Einsatz als die Wissensbasis: Betriebe mit Hochschulabsolventen nutzen KI um zwei Drittel bis über das Doppelte häufiger als solche ohne Akademiker und Innovationen (5.200 Antworten, Deutschland). KfW Research · 29.07.2026
- In 14 % der deutschen Unternehmen übernimmt KI bereits Aufgaben, die bislang häufig Berufseinsteiger erledigt haben; 40 % planen das binnen drei Jahren (Randstad-ifo-HR-Befragung Q4 2025, 500 bis 1.000 Personalverantwortliche). Randstad Deutschland · 08.07.2026
Weitere Belege (6)
- 27 % der Unternehmen haben ihre Beschäftigten bereits zu KI geschult, mehr als doppelt so viele wie 2024 (12 %); die Befähigung holt langsam auf (TÜV-Weiterbildungsstudie 2026, Forsa). TÜV-Verband (via Haufe) · 20.05.2026
- Nach dem 10-20-70-Prinzip kommen nur 10 % des KI-Werts aus Algorithmen und 20 % aus Technologie, aber 70 % aus dem Faktor Mensch; führende Unternehmen qualifizieren über 50 % ihrer Belegschaft, Nachzügler nur rund 20 %. Boston Consulting Group · 25.03.2026
- Nur 14 % der Unternehmen bilden alle oder fast alle Beschäftigten zu Digitalthemen weiter, 66 % schulen nur vereinzelt (Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten). Bitkom e. V. · 19.03.2026
- 73 % der Führungskräfte halten ihre Teams für gut gerüstet, aber nur 54 % der Fachkräfte sehen das genauso; messbare Wahrnehmungslücke bei der Befähigung. Haufe Akademie · 01.11.2025
- Nur etwa jeder Fünfte wurde bisher vom eigenen Arbeitgeber zu KI geschult; der großen Mehrheit wird gar keine Fortbildung angeboten. Bitkom e. V. · 07.07.2025
- Talent & Skills, also gezielte Befähigung, ist einer der vier tragenden Bausteine wirksamer Veränderung. McKinsey · zeitloses Prinzip
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Akzeptanz
Akzeptanz lässt sich nicht anordnen. Die verbreitete Job-Sorge braucht Aufmerksamkeit, sonst wird Erfahrung leise zurückgehalten statt geteilt. Mehr KI-Wissen beruhigt dabei nicht: Wer die Technik gut versteht, rechnet eher damit, ersetzt zu werden.
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- Im KI-Monitor 2026 (YouGov, über 2.000 repräsentativ Befragte in Deutschland) rechnen rund 43 Prozent der Menschen mit sehr gutem KI-Wissen damit, dass KI demnächst ihre Arbeit übernehmen könnte; nur 15 Prozent hatten je eine KI-Weiterbildung. TU Darmstadt · 28.08.2026
- Die Randstad-ifo-HR-Befragung (Q2 2026, 500 bis 1.000 Personalverantwortliche in Deutschland) meldet bei 51 Prozent der Unternehmen gestiegene mentale Belastung der Beschäftigten; 45 Prozent nennen Veränderungsprozesse als Ursache. Randstad Deutschland (mit ifo Institut) · 04.08.2026
Weitere Belege (5)
- Deutschland erreicht im EY AI Sentiment Index nur 62 von 100 Punkten und liegt hinter führenden Märkten (76 bis 88); hohe Nutzung trifft auf moderates Vertrauen. EY · 22.04.2026
- 31 % der Unternehmen nennen die mangelnde Akzeptanz der Beschäftigten als Hemmnis für den KI-Einsatz (Bitkom-Studienbericht Künstliche Intelligenz in Deutschland 2026). Bitkom e. V. · 01.02.2026
- Fast die Hälfte der KI-Nutzer fürchtet, dass KI den eigenen Arbeitsplatz überflüssig macht; knapp jede dritte Person kennt im Umfeld Menschen, die wegen KI ihren Job verloren haben. pronova BKK · 26.01.2026
- Rund ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland fürchtet, den eigenen Arbeitsplatz an KI zu verlieren. YouGov/dpa · 23.08.2025
- Davis' Technology Acceptance Model erklärt, dass wahrgenommener Nutzen und Bedienbarkeit über die Annahme neuer Technologie entscheiden. Davis (MIS Quarterly) · zeitloses Prinzip
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Verankerung
Wandel hält nur, wenn er in Rollen, Routinen und Kennzahlen einzieht. Ohne Verankerung fällt eine Organisation nach ersten Erfolgen in alte Muster zurück. Im Mittelstand sitzt KI bislang vor allem in Textwerkzeugen, kaum in Arbeitsabläufen und Entscheidungen.
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- Im deutschen Mittelstand nutzen nur 5 % der Unternehmen KI zur Automatisierung von Arbeitsabläufen oder Entscheidungsunterstützung und 3 % zur Datenanalyse; verbreitet ist dagegen die Erzeugung natürlicher Sprache (14 %). KfW-Mittelstandspanel 2025. KfW Research · 29.07.2026
- Nur 25 % der Unternehmen haben 40 % oder mehr ihrer KI-Pilotprojekte in den Produktivbetrieb überführt; 54 % erwarten dies erst in den nächsten drei bis sechs Monaten. Deloitte AI Institute · 21.01.2026
Weitere Belege (3)
- 88 % der Unternehmen nutzen KI in mindestens einer Funktion, aber nur rund 6 % erzielen einen signifikanten EBIT-Effekt; den größten Hebel hat die Neugestaltung der Arbeitsabläufe, also die Verankerung im Regelbetrieb. McKinsey & Company (QuantumBlack) · 05.11.2025
- Nach dem 10-20-70-Prinzip entfallen rund 70 % des Transformationserfolgs auf Menschen und Prozesse, also auch auf die dauerhafte Verankerung im Regelbetrieb. BCG · 01.01.2024
- Reinforcing with formal mechanisms, also das Verankern über Strukturen und Anreize, ist einer der vier tragenden Bausteine dauerhaften Wandels. McKinsey · zeitloses Prinzip
Transparenz und Rechtliches
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