Monatliches Ranking · Stand: Juli 2026
Top 5: Offene Sprachmodelle fürs Programmieren
Unsere Marktbeobachtungen im Juli 2026
Im Juli trat mit Kimi K3 von Moonshot AI eine neue offene Modellgeneration an: Das Mixture-of-Experts-Modell mit rund 2,8 Billionen Parametern führt als erstes offenes Modell ein Frontend-Coding-Board an und hält lange, mehrstündige agentische Aufgaben durch. Die offenen Gewichte gingen Ende Juli auf Hugging Face live.
Das offene Spitzenfeld teilt sich im Juli in zwei Führungsrollen auf: Kimi K3 führt sowohl die coding-spezifischen Boards als auch den breiten Artificial-Analysis-Intelligence-Index an, DeepSeek V4 das etablierte SWE-bench Verified. Für den Mittelstand heißt das: Es gibt nicht das eine offene Modell, sondern je nach Aufgabe unterschiedliche Bestleistungen.
Bei Kimi K3 ist die Lizenz zu beachten: Anders als die MIT-Modelle DeepSeek V4 und GLM-5.2 steht K3 unter einer anbietereigenen Lizenz, die den kommerziellen Betrieb an Umsatz- und Nutzerschwellen (rund 20 Millionen Dollar Monatsumsatz beziehungsweise 100 Millionen monatliche Nutzer) bindet. Für den Mittelstand unterhalb dieser Schwellen ist das Modell nutzbar, beim Kriterium rechtssichere kommerzielle Nutzung bleibt es dennoch hinter den MIT-Modellen zurück.
Rangverlauf
Februar–Juli 2026
- AlibabaQwen3.8-Max
- Mistral AIDevstral 2
| Tool | Februar 2026 | März 2026 | April 2026 | Mai 2026 | Juni 2026 | Juli 2026 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| DeepSeek V4 | 4 | 4 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| Kimi K3 | 3 | 3 | 2 | 2 | 4 | 2 |
| GLM 5.2 | 2 | 2 | 3 | 3 | 2 | 3 |
| MiniMax M3 | 1 | 1 | 4 | 4 | 3 | 4 |
| Qwen3-Coder Next | 5 | 5 | 5 | 5 | 5 | 5 |
Aktuelles Ranking
-
DeepSeek V4
- Führt unter den offen herunterladbaren Modellen das etablierte SWE-bench Verified an (rund 80,6 Prozent laut Anbieterangabe), ein zentrales Maß für agentisch gelösten, lauffähigen Code.
- MIT-Lizenz mit frei herunterladbaren Gewichten für den uneingeschränkten kommerziellen Self-Hosted-Betrieb und die Verwertung des erzeugten Codes.
- Mixture-of-Experts mit rund 1,6 Billionen Gesamt- und etwa 49 Milliarden aktiven Parametern je Token, dazu ein Kontextfenster von rund einer Million Token für sehr große Codebasen.
- Deutlich geringerer Betriebsaufwand je erzeugtem Token als die übrigen Billionen-Modelle des Felds, ein Vorteil beim Kriterium Self-Host-Gesamtaufwand.
-
Kimi K3
- Führt laut Juli-Berichten als erstes offenes Modell die Frontend Code Arena an (rund 1.679 Punkte) und rangiert dort vor mehreren geschlossenen Spitzenmodellen, ein Beleg für praxisnahe Code-Erzeugung.
- Hält mehrstündige, mehrschrittige Software-Aufgaben bis zu einem Ergebnis durch (SWE Marathon rund 42,0), ein zentrales Maß für eigenständiges, agentisches Coding.
- Mixture-of-Experts mit rund 2,8 Billionen Gesamt- und etwa 104 Milliarden aktiven Parametern je Token, nativer Bildverarbeitung und einem Kontextfenster von rund einer Million Token.
- Offen veröffentlichte Gewichte auf Hugging Face (Ende Juli); die anbietereigene Lizenz bindet den kommerziellen Betrieb jedoch an Umsatz- und Nutzerschwellen und ist damit weniger freizügig als MIT.
-
GLM 5.2
- Erreicht im Artificial-Analysis-Intelligence-Index 51 Punkte, ein breites Mass über Coding und Schlussfolgern hinweg, und liegt damit im vorderen Feld der offenen Modelle.
- MIT-Lizenz mit frei veröffentlichten Gewichten, freizügig für den kommerziellen Self-Hosted-Betrieb und die Verwertung des erzeugten Codes.
- Mit rund 744 Milliarden Gesamt- und etwa 40 Milliarden aktiven Parametern das kompakteste Modell des Spitzenfelds und damit am ehesten datensouverän auf bezahlbarer Hardware zu betreiben.
- Kontextfenster von rund einer Million Token für lange, zusammenhängende Repository-Aufgaben.
-
MiniMax M3
- Verbindet eine starke Coding-Leistung, ein Kontextfenster von rund einer Million Token und native Multimodalität (Text, Bild, Video) in einer Architektur.
- Mixture-of-Experts mit rund 428 Milliarden Gesamt- und etwa 23 Milliarden aktiven Parametern je Token mit einem Sparse-Attention-Ansatz für effiziente lange Kontexte.
- Offen herunterladbare Gewichte auf Hugging Face mit offiziellem quantisiertem Format, geeignet für den datensouveränen Self-Hosted-Betrieb.
- Veröffentlicht unter der MiniMax Community License, die die kommerzielle Nutzung an Auflagen bindet und damit weniger freizügig ist als MIT oder Apache 2.0.
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Qwen3-Coder Next
- Dedizierter Coding-Spezialist als Mixture-of-Experts mit rund 80 Milliarden Gesamt- und etwa 3 Milliarden aktiven Parametern, ausgelegt auf lokale Coding-Agenten.
- Apache-2.0-Lizenz ohne Nutzungsbeschränkung für den kommerziellen Eigenbetrieb und die Verwertung des erzeugten Codes.
- Sehr niedriger Grafikspeicher-Bedarf ermöglicht den datensouveränen Betrieb auf einer einzelnen Arbeitsplatz-GPU.
- Native Coding-Ausrichtung mit erweiterbarem Kontext bis in den Bereich mehrerer Hunderttausend Token für zusammenhängende Repository-Aufgaben.
Methodik & Transparenz
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Bewertet wird anhand dieser Kriterien:
- Korrektheit und Lauffähigkeit des erzeugten Codes (bewertet, wie zuverlässig das Modell fachlich richtigen, kompilierenden und in der Praxis laufenden Quellcode neu erzeugt, gemessen an veröffentlichten, datierten Coding-Vergleichsmessungen wie HumanEval, MBPP oder LiveCodeBench)
- Lösen realer Software-Aufgaben und agentisches Coding (bewertet, wie eigenständig das Modell mehrschrittige Entwicklungsaufgaben über mehrere Dateien eines Repositories plant und umsetzt und dabei Werkzeuge sowie Terminal-Befehle bis zu einem lauffähigen Ergebnis durchhält, belegt über agentische Vergleichsmessungen wie SWE-bench Verified oder Terminal-Bench)
- Repository-Kontext und Erfassung großer Codebasen (bewertet, wie viel zusammenhängenden Quellcode das Modell in einem Durchgang verarbeitet und wie zuverlässig es Abhängigkeiten, Konventionen und relevante Stellen aus langen, gewachsenen Codebasen wiederfindet und einbezieht)
- Breite der Programmiersprachen und Frameworks (bewertet, wie ausgewogen die Leistung über die verbreiteten Sprachen und Werkzeugketten des Mittelstands trägt, von Python, JavaScript und TypeScript bis zu System- und Unternehmenssprachen wie Java, Go, Rust und C++, statt nur in wenigen Sprachen stark zu sein)
- Fehlersuche in bestehendem, fremdem Code (bewertet, wie verlässlich das Modell Fehlerursachen in vorgegebenem, nicht selbst geschriebenem Quellcode aufspürt, vorgegebene Bugfix-Fälle besteht und die Korrektur über mehrstufiges Schlussfolgern statt durch Raten herleitet)
- Lizenz und rechtssichere kommerzielle Nutzung des Codes (bewertet, wie freizügig und rechtssicher die Lizenz den kommerziellen Eigenbetrieb des Modells und die Verwertung des erzeugten Codes erlaubt, von permissiven Lizenzen wie Apache 2.0 oder MIT bis zu Nutzungsbeschränkungen mancher Community-Lizenzen)
- Self-Host-Betreibbarkeit und Coding-Gesamtaufwand (bewertet Parametergröße, Architektur als dichtes oder Mixture-of-Experts-Modell, Grafikspeicher-Bedarf und Antworttempo, und damit, ob sich gerade die oft sehr großen Coding-Modelle datensouverän und produktiv auf bezahlbarer Hardware mit vertretbarem Aufwand betreiben lassen)
- Reife des Coding-Ökosystems und Werkzeug-Anbindung (bewertet, ob etablierte quantisierte Coding-Varianten und gängige Formate vorliegen und wie ausgereift die Einbindung als Modell-Backend in verbreitete Coding-Werkzeuge und über das Model Context Protocol (MCP) ohne Anbieter-Cloud ist)